Student at BSDU working on a CNC machine, demonstrating industry-integrated skill development and measurable competency progression.

War­um ist Wir­kung ohne Moni­to­ring nicht ska­lier­bar? Eine Skill Uni­ver­si­ty ver­spricht Arbeits­markt­fä­hig­keit. Die­ses Ver­spre­chen ist nur belast­bar, wenn Qua­li­täts­ma­nage­ment kon­se­quent ein­ge­setzt wird. Aus mess­ba­rer Arbeits­markt­fä­hig­keit ent­steht Pro­duk­ti­vi­tät — auf Pro­duk­ti­vi­tät folgt Wert­schöp­fung am Markt. Wert­schöp­fung wird dann zur Zukunft, wenn dar­aus Inves­ti­tio­nen getä­tigt wer­den kön­nen.

Qualität und Arbeitsfähigkeit in Indien

Im India Skills Report 2026 wird auf­ge­zeigt, wie sich die Arbeits­markt­fä­hig­keit in Indi­en in den letz­ten 6 Jah­ren ver­än­dert hat. So hat sich die­se in den letz­ten 6 Jah­ren um rund 10% ver­bes­sert. In den letz­ten bei­den Jah­ren konn­te ein posi­ti­ver Trend von jähr­lich rund 3% erreicht wer­den. Ver­gli­chen mit dem jedoch durch­schnitt­li­chen Markt­wachs­tum von 6.5 — 7.6% pro Jahr, zei­gen die­se bei­den Wer­te das Aus­ein­an­der­lau­fen von Markt­dy­na­mik und Kom­pe­tenz­ent­wick­lung auf.

Dies sind Hin­wei­se auf struk­tu­rel­le Anpas­sungs­de­fi­zi­te, durch wel­che mit­tel­fris­tig eine Wachs­tums­ver­zö­ge­rung durch Kom­pe­tenz­eng­päs­se dro­hen könn­ten.

Internationale Qualitätsrahmen und Swiss Quality

In Indi­en exis­tie­ren kla­re Qua­li­täts­rah­men im Bereich der Berufs- und Skill­bil­dung. Das Natio­nal Skills Qua­li­fi­ca­ti­ons Frame­work (NSQF) defi­niert Qua­li­fi­ka­ti­ons­stu­fen auf Basis von Lear­ning Out­co­mes und struk­tu­riert Kom­pe­ten­zen ent­lang trans­pa­ren­ter Level­be­schrei­bun­gen. Der Natio­nal Coun­cil for Voca­tio­nal Edu­ca­ti­on and Trai­ning (NCVET) über­nimmt die regu­la­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung für Qua­li­täts­si­che­rung und Gover­nan­ce im Skills-Öko­sys­tem.

Out­co­me-Ori­en­tie­rung und insti­tu­tio­nel­le Auf­sicht sind zwar damit struk­tu­rell ange­legt. Was jedoch in der aktu­el­len Trans­for­ma­ti­ons­pha­se ent­schei­dend wird, ist die inte­gra­le Umset­zung inner­halb der Insti­tu­tio­nen selbst.

Zwei BSDU-Studenten arbeiten konzentriert an einem technischen Trainingspanel mit Mess- und Verbindungselementen im Labor.
Zwei Stu­die­ren­de ana­ly­sie­ren und jus­tie­ren ein tech­ni­sches Trai­nings­mo­dul im Rah­men mess­ba­rer, pra­xis­ori­en­tier­ter Aus­bil­dung.

Wachs­tum, neue Pro­gram­me und insti­tu­tio­nel­ler Aus­bau erhö­hen die Kom­ple­xi­tät. Ein­zel­ne Qua­li­täts­in­itia­ti­ven rei­chen in einem sol­chen Umfeld nicht aus.

Die Char­ta Berufs­bil­dung SNG 33440 zeigt, wie Qua­li­tät als zusam­men­hän­gen­de Sys­tem­ar­chi­tek­tur gestal­tet wer­den kann. Sie ist seit 2023 in der Schweiz in Kraft und wur­de von der Inter­es­sen­ge­mein­schaft Berufs­bil­dung Schweiz IGBB gemein­sam mit der Schwei­ze­ri­schen Nor­men-Ver­ei­ni­gung, sowie Fach­per­so­nen aus Orga­ni­sa­tio­nen der Arbeits­welt und der Wirt­schaft ent­wi­ckelt.

Die Char­ta ver­bin­det:

  • Pro­zess­füh­rung
  • Kom­pe­tenz­be­wer­tung
  • Doku­men­ta­ti­on
  • Gover­nan­ce und
  • Füh­rungs­ver­ant­wor­tung zu einem inte­gra­len Modell.

Genau die­se inte­gra­le Logik ist in der aktu­el­len Situa­ti­on in Indi­en erfor­der­lich. Wenn Skill Uni­ver­si­ties ska­lie­ren, ohne ihre Qua­li­täts­ar­chi­tek­tur sys­te­misch zu ver­an­kern, ent­steht Volu­men ohne Sta­bi­li­tät. Die Char­ta macht sicht­bar, dass nach­hal­ti­ge Arbeits­markt­fä­hig­keit nicht aus Ein­zel­mass­nah­men ent­steht, son­dern aus durch­gän­gi­ger Struk­tur.

Was Indi­en heu­te benö­tigt, ist nicht ein wei­te­res Qua­li­täts­in­stru­ment, son­dern eine Refe­renz für inte­gra­le Qua­li­täts­ar­chi­tek­tur. Die Char­ta Berufs­bil­dung SNG 33440 zeigt, wie eine sol­che Archi­tek­tur auf­ge­baut wer­den kann.

Systemische Konsequenz

Wenn wirt­schaft­li­ches Wachs­tum dau­er­haft schnel­ler ver­läuft als Kom­pe­tenz­ent­wick­lung, ent­steht ein struk­tu­rel­les Defi­zit. In der Anfangs­pha­se wird es nicht sys­te­misch sicht­bar, weil Unter­neh­men es durch inter­ne Trai­nings, höhe­re Selek­ti­vi­tät oder län­ge­re Ein­ar­bei­tung absor­bie­ren kön­nen.

Die­se Kom­pen­sa­ti­on erhöht jedoch die Kos­ten und ver­zö­gert Pro­duk­ti­vi­tät, was Mar­gen und Wett­be­werbs­fä­hig­keit belas­tet. Mit zuneh­men­der Dyna­mik ver­schiebt sich der Eng­pass von der Nach­fra­ge zur Qua­li­fi­ka­ti­ons­ba­sis.

Ohne eine inte­grier­te Qua­li­täts­ar­chi­tek­tur kön­nen Insti­tu­tio­nen ihre Wir­kung nicht ver­läss­lich steu­ern. Genau an die­sem Punkt wird die der­zeit aktu­el­le ERP-Ent­schei­dung kon­kret.

Praxisbeispiel: ERP als Steuerungsinstrument

Mit wach­sen­der Pro­gramm­viel­falt, grös­se­ren Kohor­ten und zuneh­men­der Pro­zess­kom­ple­xi­tät stei­gen die Anfor­de­run­gen an Trans­pa­renz und Koor­di­na­ti­on. Wenn Kom­pe­tenz­ent­wick­lung nicht durch­gän­gig gemes­sen und insti­tu­tio­nell ver­ant­wor­tet wird, ent­ste­hen Leis­tungs­un­ter­schie­de, die — wenn ein­mal eta­bliert — nur noch begrenzt beein­fluss­bar sind. Vor die­sem Hin­ter­grund wird die anste­hen­de ERP-Ent­schei­dung rele­vant.

Bei der Aus­wahl eines ERP-Sys­tems für die BSDU steht nicht die Benut­zer­freund­lich­keit im Vor­der­grund. Ent­schei­dend ist, ob das Sys­tem Kom­pe­tenz­ent­wick­lung über meh­re­re Semes­ter hin­weg inte­grie­ren und nach­voll­zieh­bar dar­stel­len kann.

Ein geeig­ne­tes Sys­tem muss Lern­fort­schrit­te, betrieb­li­che Pra­xis­leis­tun­gen, Indus­trie­feed­back und Prü­fungs­er­geb­nis­se zusam­men­füh­ren. Vie­le klas­si­sche Hoch­schul-ERPs sind auf Cre­dits, Kur­se und Noten aus­ge­rich­tet. Sie ver­wal­ten Stu­di­en­ver­läu­fe, bil­den jedoch nicht sys­te­ma­tisch ab, wie sich tat­säch­li­che Hand­lungs­kom­pe­tenz ent­wi­ckelt.

Wenn Leis­tungs­da­ten aus Theo­rie, Pra­xis und Indus­trie nicht inte­griert erfasst wer­den, bleibt Arbeits­markt­fä­hig­keit nicht beleg­bar.

Die ERP-Aus­wahl ist daher nicht nur ein IT-Pro­jekt. Sie betrifft die Steue­rungs­fä­hig­keit der Skill Uni­ver­si­ty, denn Moni­to­ring ist Vor­aus­set­zung für ska­lier­ba­re Wir­kung. In die­sem Kon­text wirkt Edu­Bridge India als ope­ra­ti­ve Schnitt­stel­le zwi­schen Kom­pe­tenz­ar­chi­tek­tur, Indus­trie­an­for­de­run­gen und insti­tu­tio­nel­ler Steue­rung.

Fazit

Wirt­schaft­li­che Dyna­mik ist ska­lier­bar, weil sie daten­ba­siert gesteu­ert wird. Kom­pe­tenz­ent­wick­lung ist nur dann ska­lier­bar, wenn sie eben­falls auf klar defi­nier­ten und sys­te­ma­tisch aus­ge­wer­te­ten Leis­tungs­da­ten basiert. Wachs­tum erhöht die Anzahl von Pro­gram­men und Absol­ven­ten. Ob sich Kom­pe­tenz­ni­veaus sta­bi­li­sie­ren oder aus­ein­an­der­ent­wi­ckeln, hängt von der Qua­li­tät der Daten­grund­la­ge ab.

Repro­du­zier­ba­re Kom­pe­tenz­ent­wick­lung ist Vor­aus­set­zung für nach­hal­ti­ge Pro­duk­ti­vi­tät. Nach­hal­ti­ge Pro­duk­ti­vi­tät schafft die Wert­schöp­fung, aus der Inves­ti­tio­nen und wirt­schaft­li­che Zukunft ent­ste­hen.


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Rolf Sie­bold

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