DualEdu Bridge India macht sichtbar: Indien baut seine Hochschulbildung aus und die Zahl der Abschlüsse steigt. Gleichzeitig fehlen arbeitsmarktfähige Kompetenzen. Das ist kein Widerspruch, sondern ein strukturelles Problem. Diese Gleichzeitigkeit ist kein Zufall und sie verweist auf eine strukturelle Entkopplung von Bildung und Wertschöpfung.
Diese Diskussion ist zentral für die aktuelle Skill Development-Debatte in India und die Frage der Employability in India, die sich zunehmend mit der Qualität von Qualifikationen befasst. Wer diese Situation ernst nimmt, diskutiert nicht zuerst einzelne Lehrpläne. Er prüft die Systemarchitektur.
Employability in India und Arbeitsmarkintegration
Ein akademischer Abschluss bestätigt Studienleistung. Er bestätigt nicht automatisch berufliche Handlungskompetenz. In vielen Programmen entsteht Praxiserfahrung spät, unsystematisch oder nur simuliert. Praktika ersetzen keine strukturierte betriebliche Lernlogik. Sie sind oft Beobachtung statt Kompetenzaufbau. Die Folgen sind sichtbar:
- Absolventen brauche lange Einarbeitungszeiten
- Unternehmen investieren in Nachqualifikation
- Übergänge in stabile Beschäftigung verzögern sich
Strukturelle Jugendarbeitslosigkeit entsteht so nicht aus Mangel an Bildung, sondern aus Mangel an systemischer Verzahnung zwischen Lernen und Arbeiten.From their early reflections, Dr. Rajendra Kumar Joshi and Mrs. Ursula Joshi recognised that strong economies are built on systematically developed human capital. This insight became a guiding principle of DualEd Bridge India.
Arbeit, Würde und institutionelle Verantwortung
Wo junge Menschen trotz Abschluss keinen stabilen Platz im Arbeitsmarkt finden, entsteht nicht nur ein ökonomisches Problem. Es entsteht ein Vertrauensverlust in Bildung als Aufstiegsversprechen. Bildung verliert nämlich dort an Glaubwürdigkeit, wo sie keine tragfähigen Übergänge in produktive Tätigkeit ermöglicht.
Beschäftigungsfähigkeit ist deshalb nicht nur eine arbeitsmarktpolitische Kategorie, sondern ein zentraler Indikator für Employability in India. Sie ist eine Frage institutioneller Verantwortung gegenüber der nächsten Generation.
DualEdu Bridge India und duale Bildungssysteme
DualEdu Bridge India entstand aus einer nüchternen Analyse internationaler dualer Bildungssysteme und ihrer Wirkung auf Employability und Arbeitsmarktintegration. Die zentrale Frage lautete:
Warum gelingt es einigen Volkswirtschaften, stabile Übergänge von Bildung in Beschäftigung zu sichern, während andere trotz hoher Bildungsbeteiligung kämpfen?
Der Blick auf die Schweiz, Deutschland und Österreich zeigt ein klares Muster:
In der Schweiz durchläuft die Mehrheit der Jugendlichen eine formale Berufsbildung – ein System, das seit Jahrzehnten stabil mit der Wirtschaft verzahnt ist. Diese Länder arbeiten seit Jahrzehnten mit Formen von dual system education. Berufsbildung ist dort regulärer Teil der Bildungsarchitektur. Sie ist geregelt, qualitätsgesichert und eng mit der Wirtschaft verbunden.

Lernen findet systematisch an mehreren Lernorten statt. Betrieb, Schule und überbetriebliche Zentren haben definierte Rollen. Kompetenzen werden nicht nur vermittelt, sondern überprüfbar aufgebaut. Diese Systeme produzieren reproduzierbare Qualität. Genau deshalb sind sie wirtschaftlich relevant. Internationale OECD-Analysen bestätigen den Zusammenhang zwischen starker Berufsbildung und stabileren Arbeitsmarktübergängen.
Systemischer Wissenstransfer statt Bildungsimport
Dr. Rajendra Kumar Joshi und Ursula Joshi haben diese Systeme systematisch untersucht. Der Befund war klar. Einzelprogramme verändern kein Bildungssystem. Nachhaltige Wirkung entsteht durch Governance, Standards und institutionelle Verankerung. Innerhalb der Rajendra and Ursula Joshi Foundation entstand daraus die Initiative DualEdu Bridge India. Der Ansatz ist kein Import eines ausländischen Modells. Er ist ein strukturierter Transfer von Prinzipien.
Dazu zählen klare Verantwortlichkeiten zwischen Staat, Hochschule und Industrie, wie zum Beispiel:
- verbindliche Qualitätsrahmen
- strukturierte Lernortkooperation
- Outcome-Orientierung mit überprüfbaren Ergebnissen
Der Fokus liegt auf Systemlogik. Internationale Referenzen dienen der Qualitätsentwicklung, nicht der Symbolik.
Work-Based Learning an der BSDU
In der Zusammenarbeit mit der Bhartiya Skill Development University in Jaipur wird dieser Ansatz konkret. Studienprogramme verbinden akademische Anteile mit curricular verankerter betrieblicher Praxis. Diese Praxis ist bewertet, dokumentiert und qualitätsgesichert. Sie ist kein freiwilliger Zusatz, denn damit positioniert sich das Modell als konsequent industry-linked education.

Industriepartner übernehmen definierte Rollen im Kompetenzaufbau. Sie wirken an der Ausbildung der Studierenden und ihrer eigenen Trainer mit. Dadurch entsteht eine Rückkopplung zwischen Arbeitsmarkt und Bildungsdesign. Parallel werden Governance-Strukturen aufgebaut. Monitoring, Evaluation und Dokumentation sind Teil der Systemführung. Ausbildungsqualität hängt somit nicht an Einzelpersonen, sondern wird über Verfahren gesichert.
Vocational Education als Rückgrat der Wirtschaft
Vocational Education in India wird zunehmend als strategischer Faktor für Wirtschaft und Beschäftigung gesehen. Indiens Wirtschaft wird technologieintensiver und Produktivität entsteht durch anwendbare Kompetenzen. Reines Faktenwissen skaliert im Betrieb nur begrenzt. Ein strukturiertes Berufsbildungssystem wirkt hier als wirtschaftliche Infrastruktur. Es verbessert die Passung zwischen Ausbildung und Arbeitsmarkt. Es reduziert Fehlallokationen und stärkt die Anerkennung beruflicher Laufbahnen.
Auch industriegetragene Organisationen wie die Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI) verweisen seit Jahren auf den Zusammenhang zwischen Skill Development, Employability und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.
Berufsbildung ist damit kein Auffangsystem für Schwächere. Sie ist ein regulärer Bildungsweg mit eigenem Qualitätsanspruch. Auch die Weltbank betont die Bedeutung arbeitsmarktnaher Qualifikationen für wirtschaftliches Wachstum und Nachhaltigkeit. Internationale Erfahrung zeigt somit, dass Volkswirtschaften mit starker Berufsbildung oft resilientere Arbeitsmärkte haben. Das ist kein kultureller Zufall sondern das Resultat konsequenter und langfristiger Systempflege.
Hochschulreform, Governance und Qualität
Viele Reformen bleiben projektförmig und erzeugen Pilotprogramme, aber keine tragfähige Struktur. Mit laufenden Personalwechseln über alle Stufen hinweg, verlieren sie an Wirkung. Eine systemische Reform verlangt verbindliche Standards, klare Verantwortlichkeiten und langfristige institutionelle Commitments. Die National Education Policy (NEP 2020) unterstreicht die stärkere Integration von Berufsbildung in die Hochschulbildung:
DualEdu Bridge India ist auf diese Logik ausgerichtet. Der Zeithorizont ist langfristig und das Ziel ist eine institutionelle Verankerung im Hochschulkontext.
Fazit
Ein Bildungssystem wird nicht daran gemessen, wie viele Programme es startet. Es wird daran gemessen, wie verlässlich es zu qualifizierter Beschäftigung führt. Wo Lernen und Arbeiten strukturell verbunden sind, entstehen belastbare Kompetenzprofile. Wo diese Verbindung fehlt, entstehen Reibungsverluste.
DualEdu Bridge India setzt genau an dieser Schnittstelle an. Der Ansatz fokussiert Systemdesign, Qualität und überprüfbare Ergebnisse. Bildungsreform beginnt nicht im Klassenzimmer. Sie beginnt in der Architektur des Systems. Die Diskussion um Employability in India zeigt, dass Systemfragen wichtiger sind als Einzelmassnahmen.
Haben Sie Fragen zum Projekt?
Senden Sie eine E‑Mail an: contact@joshi-foundation.ch
Wir beantworten Ihre Frage gerne.
JCF Programme Team
Rajendra and Ursula Joshi Foundation / DualEd Bridge India
Rolf Siebold
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