Berufs­bil­dung steht im Zen­trum wirt­schaft­li­cher Leis­tungs­fä­hig­keit. Pro­gram­me, Cur­ri­cu­la und Qua­li­täts­rah­men sind eta­bliert. Die ent­schei­den­de Fra­ge bleibt: Ent­steht dar­aus ver­läss­li­che Kom­pe­tenz für den Arbeits­markt? Der kri­ti­sche Punkt liegt nicht im Cur­ri­cu­lum Design, son­dern in der Umset­zung an der Basis. Nur wenn die­se ver­läss­lich gelingt, wird Aus­bil­dungs­qua­li­tät wirk­sam.

Berufs­ab­schlüs­se mit nach­weis­ba­rer Leis­tungs­fä­hig­keit ver­bes­sern die Employa­bi­li­ty. Die­se ent­steht nicht durch Pro­gram­me allein, son­dern durch das kon­se­quen­te Zusam­men­spiel von Ler­nen und Arbei­ten.

Funk­tio­niert die­ses Zusam­men­spiel, wer­den Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten schnel­ler pro­duk­tiv. Ein­ar­bei­tungs­zei­ten sin­ken, Nach­qua­li­fi­zie­rung wird redu­ziert. Gleich­zei­tig gewin­nen Abschlüs­se an Aus­sa­ge­kraft. Sie wer­den zu ver­läss­li­chen Signa­len im Arbeits­markt. Unter­neh­men kön­nen schnel­ler und siche­rer rekru­tie­ren. Die Pas­sung ver­bes­sert sich, Fehl­al­lo­ka­tio­nen neh­men ab, Pro­duk­ti­vi­tät wird frü­her wirk­sam.

Zwischen Konzept und Realität

Berufs­bil­dung wird kon­zep­tio­nell über Lern­zie­le, Modu­le und Qua­li­täts­stan­dards gesteu­ert. Im All­tag fin­det sie jedoch im Zusam­men­spiel von Betrieb, Bil­dungs­stät­te und Bewer­tung statt. In die­sem Zusam­men­spiel tref­fen unter­schied­li­che Logi­ken auf­ein­an­der: Betrieb­li­che Anfor­de­run­gen ori­en­tie­ren sich an Pro­duk­ti­vi­tät, Cur­ri­cu­la an geplan­ten Kom­pe­tenz­ent­wick­lun­gen und Bewer­tungs­sys­te­me an for­ma­len Kri­te­ri­en.

Die­se Logi­ken sind jeweils für sich schlüs­sig, aber nicht auto­ma­tisch auf­ein­an­der abge­stimmt. An die­ser Schnitt­stel­le ent­schei­det sich, ob Aus­bil­dungs­qua­li­tät im All­tag wirk­sam wird.

Alltag als entscheidende Ebene

Ein Berufs­bil­dungs­sys­tem beweist sei­ne Qua­li­tät unter rea­len Bedin­gun­gen. Abwei­chun­gen gehö­ren dabei zur Nor­ma­li­tät: Betrie­be reagie­ren auf Auf­trä­ge, Cur­ri­cu­la lau­fen wei­ter, Bewer­tun­gen fol­gen defi­nier­ten Ver­fah­ren.

Schweizer Master-Trainer begleitet Lernenden im Work-Based Learning bei praktischer Ausbildung im Hotelservice
Kom­pe­tenz ent­steht im Zusam­men­spiel von Anlei­tung, Anwen­dung und rea­lem Arbeits­pro­zess

Die zen­tra­le Fra­ge ist des­halb, ob ein Sys­tem unter die­sen Bedin­gun­gen kon­sis­tent bleibt. Aus­bil­dungs­qua­li­tät im All­tag sicher­stel­len bedeu­tet, dass die Abstim­mung der Lern­or­te, die kon­ti­nu­ier­li­che Wei­ter­ent­wick­lung und die Ein­hal­tung der Qua­li­täts­an­for­de­run­gen klar ver­ant­wor­tet, sowie ver­läss­lich umge­setzt wer­den.

Praxisbezug: Work-based Learning

Work-Based Lear­ning ist im Kon­text Bhar­ti­ya Skill Uni­ver­si­ty BSDU die zen­tra­le Refe­renz für Kom­pe­tenz­ent­wick­lung. Ler­nen fin­det nicht los­ge­löst von der Pra­xis statt, son­dern in rea­len Arbeits­si­tua­tio­nen. Work-Based Lear­ning ist jener Ort, an dem Kom­pe­tenz­ent­wick­lung im Rah­men von Qua­li­täts­si­che­rung und Gover­nan­ce struk­tu­riert statt­fin­det und beglei­tet wird. Die Stu­den­ten wer­den in Pro­zess­ab­läu­fe ein­ge­bun­den und ler­nen die­se aktiv mit­zu­ge­stal­ten. Auch wer­den die Kennt­nis­se über erfor­der­li­che Werk­zeu­ge und deren Anwen­dung ver­mit­telt, sodass die­se ein nach­hal­ti­ger Bestand­teil der beruf­li­chen Hand­lungs­kom­pe­tenz wer­den.

Die Qua­li­tät von Work-Based Lear­ning ent­schei­det sich dar­an, wie kon­se­quent die­se Logi­ken auf­ein­an­der abge­stimmt wer­den. Die Auf­ga­be besteht dar­in, die betrieb­li­che Rea­li­tät und die cur­ri­cu­la­re Ziel­set­zung kon­se­quent auf­ein­an­der abzu­stim­men und die Kom­pe­tenz­ent­wick­lung sys­te­ma­tisch zu sichern.

Work-Based Lear­ning zeigt, ob ein Sys­tem funk­tio­niert und die gewünsch­te Aus­bil­dungs­qua­li­tät im All­tag sicher­ge­stellt wird.

Die eigentliche Stärke liegt in der Steuerung

Work Based Lear­ning ent­fal­tet sei­ne Wir­kung dort, wo die Ver­bin­dung von Ler­nen und Arbei­ten aktiv geführt wird. Im Betrieb zählt der Auf­trag. Im Cur­ri­cu­lum die geplan­te Ent­wick­lung. In der Bewer­tung die nach­voll­zieh­ba­re Leis­tung. Wer­den die­se Ebe­nen kon­se­quent auf­ein­an­der abge­stimmt, wer­den Pra­xis und Erfah­rung zum Trä­ger von Kom­pe­tenz­ent­wick­lung. Lern­zie­le wer­den im Arbeits­pro­zess wirk­sam und die Bewer­tung bil­det rea­le Leis­tung ver­läss­lich ab.

Die Auf­ga­be besteht dar­in, die­se Ver­bin­dung ope­ra­tiv zu sichern. Kom­pe­tenz­ent­wick­lung wird dann kon­sis­tent, wenn sich Tätig­kei­ten, Lern­zie­le und Leis­tungs­nach­wei­se lau­fend auf­ein­an­der bezie­hen. All­fäl­li­ge Abwei­chun­gen müs­sen dafür sicht­bar gemacht und gezielt genutzt wer­den, um die Ent­wick­lung wei­ter­zu­füh­ren. Die­se Fein-Abstim­mung erfor­dert ver­bind­li­che Regeln und eine struk­tu­rier­te Füh­rung.

Fazit

Ein Bil­dungs­sys­tem kann for­mal kor­rekt sein. Ohne abge­stimm­te Ver­bin­dung von Pra­xis, Lern­zie­len und Bewer­tung ent­steht kei­ne ver­läss­li­che Kom­pe­tenz. Ent­schei­dend ist die Funk­ti­ons­fä­hig­keit im All­tag. Wo die­se Steue­rung kon­se­quent umge­setzt wird, ent­steht ein Sys­tem, das im All­tag funk­tio­niert und Aus­bil­dungs­qua­li­tät ver­läss­lich sichert.


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Rolf Sie­bold

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